Religion


Wer glaubt, ein Christ zu sein, weil er die Kirche besucht, irrt sich. Man wird ja auch kein Auto, wenn man in eine Garage geht.

Albert Schweitzer

Beschreibung

Der schulische Religionsunterricht ist keine Glaubenslehre und ‚Glaube‘ ist keine Voraussetzung für die Teilnahme am Religionsunterricht. Trotzdem lernen wir hier zunächst die Grundlagen des christlichen Glaubens kennen und setzen uns in späteren Jahrgängen auch mit anderen (Welt-)Religionen auseinander. Wir erkennen Gemeinsamkeiten und Unterschiede und verstehen, dass jede Kultur auf einer Religion basiert. Vielleicht überraschend für euch: Politisch brisante Themen – z.B. das Tragen eines Kopftuches bzw. einer Gesichtsverschleierung, Dschihad u. ä. – greifen wir im Religionsunterricht auf und diskutieren diese fachlich fundiert. Religion lebt in erster Linie vom Tun, von der Umsetzung, und so finden sich in diesem Fachbereich auch immer wieder praktische Projekte, die die Religion lebendig machen sollen. Die zunehmende Verschmelzung des Religionsunterrichtes mit dem Alltagsleben an unserer Schule beweist z. B. die Tatsache, dass sich in den letzten Jahren auch ein Abiturgottesdienst an unserer Schule etabliert hat.

Themenbeispiele & Projekte
  • Fastenzeit-Hungertücher
  • Exkursion jüdisches Erfurt (fächerverbindend mit Ethik)
  • Anfertigung eines Tagebuchs zum frühen Christentum
  • Krippenspiel in der Landenbergerschule
  • Schreiben von Mutkarten
  • Teilnahme am Projekt „Wichtelpost“
  • Feiern von Festen und gemeinsames Spielen
  • Basteln von Krippen
  • Gestaltung kreativer Kreuze
  • Besuche im Seniorenpflegeheim Sophienhaus, um dort Eisbecher oder Glühwein und Punsch auszugeben, gemeinsam zu basteln, zu musizieren oder Sport zu machen
  • Feiern von Erntedank mit der Schulgemeinschaft
  • Besuch des Nikolaus mit seinem Gefährten Knecht Ruprecht
  • jährlicher Abiturgottesdienst

Projekt „Hungertücher“ im Kontext des Ukraine-Russland-Krieges Frühjahr 2022

Wir, der Religionskurs 7b/7c, haben uns in den letzten Stunden mit den Hungertüchern beschäftigt. Wir haben uns zuerst mit der Geschichte und Bedeutung der Hungertücher bekannt gemacht. Der Brauch der Hungertücher stammt aus dem Jahr 1000 n.Chr. Als Jesus gekreuzigt wurde und starb, zerriss der Tempelvorhang. Die Hungertücher sollen diesen Tempelvorhang darstellen. Während der Fastenzeit wurden die Tücher aufgehangen und am Ostersonntag wieder abgenommen. Als sich Martin Luther gegen die katholische Kirche auflehnte, gerieten die Hungertücher in Vergessenheit. Erst 1966 wurden sie vom Missionswerk „miseror“ wieder aufgehangen. Jedes Hungertuch bleibt für 2 Jahre hängen, dann wird es gegen ein anderes ausgewechselt. Die Maler stammen alle aus ärmeren Ländern. Auf ihren Tüchern werden oft die Ungerechtigkeit und die Armut dargestellt. 

Nachdem wir uns mehrere Beispiele angeschaut hatten, haben wir uns selbst Themen überlegt; und wie man sie auf dem Tuch darstellen könnte. Welchen Untergrund könnte man nehmen? Welche Farben, um Gefühle zu beschreiben? Welche Motive für klare Aufrufe über Missstände? Im Anschluss haben wir einen kurzen Plan gemacht und haben für die nächsten vier Unterrichtsstunden an unseren Hungertüchern gearbeitet. Da uns natürlich die Situation mit der Ukraine und Russland sehr mitnimmt, konnte man oft blau-gelbe Farben, Friedenstauben und Peace-Zeichen entdecken. Die Hauptthemen auf den Tüchern waren mitunter die Unterschiede zwischen arm und reich, Frieden und Krieg, Umweltschutz und Umweltkatastrophen. Wir haben uns viel mit diesen Themen beschäftigt. Nachdem unsere Hungertücher fertig waren, gingen wir hinaus und schrieben unsere Wünsche mit Kreide auf den Schulhof – auch hier sind viele Peace-Zeichen und blau-gelbe Fahnen zu sehen. Beides hat uns sehr viel Spaß gemacht. Unsere Hungertücher und mehr Infos findet ihr übrigens im Foyer unserer Schule. 

Johanna Swart & Marlene Bickelhaupt

(c) F. Göppel

Projekt „Wichtelpost“

Eine Karte an einen unbekannten, einsamen Menschen zu schreiben, ist eine anspruchsvolle Aufgabe! 
Genau hierzu hatte die EhrenamtsAgentur der Bürgerstiftung Weimar aufgerufen und 19 Schülerinnen und Schüler aus den katholischen Religionskursen haben daran teilgenommen. Allgemeine Aussagen wie:

  • Weihnachten soll ein Fest der Liebe und der Freude sein!
  • Religion lebt vom Miteinander und der Zuwendung zum Nächsten!
  • Ein wenig Zeit in einen andren Menschen zu investieren, ist oft das größte Geschenk!

haben die Kinder und Jugendlichen in dieser Aktion ernst genommen. Es sind beeindruckende Texte und liebevoll gestaltete Karten entstanden, die mich als Lehrerin zutiefst gerührt haben und ich bin mir sicher, dass dieser Einsatz vielen Menschen in Weimar an Weihnachten ein Lächeln ins Gesicht gezaubert hat. 

Dorothea Oppeneiger

Projekt „Krippenspiel“