Darstellen und Gestalten

In dieser Rubrik stellen wir spannende Projekte im Bereich Theater, Film und Performance vor.

Hier geht’s zum Einwahlbogen für DG ab Klasse 9 und zur Vorstellung des Faches DG.

BodyArt„Ich – ein Baum“ Darstellen und Gestalten, Klasse 9  
Marie Philipp (9c)

Die Mythologie der Völker verband Teile des Baumes mit den verschiedenen Körperteilen des Menschen;  das Laub mit den Haaren, den Stamm mit dem Körper, die Äste mit den Armen, die Zweige mit den Fingern, die Füße  mit den Wurzeln, die Rinde der Bäume mit der Haut der Menschen. Insbesondere die Wurzel, der Stamm und die Krone mit ihren Ästen und Zweigen spiegeln im alten Volksglauben das menschliche Leben wider,  “Weil der Mensch wie ein Baum des Feldes ist.” (5. Buch Mose) 

Die Bemalungen haben einen melancholischen Charakter. Sie könnten als das Sichtbarmachen dessen, was man wirklich ist, verstanden werden; sich unmaskiert zu zeigen – oder sie werden als der Wunsch gesehen, sich zu verstecken, sich zu tarnen oder sich für einen Moment zu verwandeln. Selbst Kunst zu werden.

BodyArt kann auch ein Sich-Hingeben sein, ein Loslassen. Der Körper verschmilzt in einer zweiten Form, scheint gefangen in sich selbst. Obwohl das Porträt lebendig erscheint, ist es doch eine höchste Ausdruckslosigkeit des Körpers und die Assoziation mit dem Tode tritt auf, weil das Lebendige verschwindet. Persönlichkeit wird ausgelöscht oder tritt eben noch stärker hervor.

Die Körperbemalungen sind Metamorphosen der Vergänglichkeit. 

Text & Bilder: Camille Mannschatz 


Wandgestaltung Raum 216: „Einzug der Götter“

Großformatige Wandbilder haben die SchülerInnen des DG-Kurses 11 auch für den Raum 216 entwickelt, in dem hauptsächlich Latein unterrichtet wird. Es waren die Jugendlichen, die in vielen Vorarbeiten ihre Vorstellungen zuerst zu Papier gebracht und diese zu einer Bildidee zusammengefügt haben. Dafür waren viele Arbeitsstunden, Leidenschaft und Herzblut notwendig.

Die Götter der römisch-griechischen Sagenwelt sollten diesen Raum atmosphärischer werden lassen. 

Die Idee 

Viele SchülerInnen unserer Schule sind an der Gestaltung der Wände interessiert. Sie nehmen Räumlichkeiten bewusst oder auch unbewusst als angenehm oder eben auch als trist wahr. 

Unser tägliches Schulleben besteht in einem Verhältnis zum Raum. Schulische Räume bedeuten im Idealfall das Wecken einer intellektuellen Neugier, Spannung und Entdeckung; sie erfordern eine kontinuierliche Interaktion zwischen Kind und Umgebung. Es heißt, der Raum fungiere als dritter Erzieher. 

Die Realisation 

Wir mussten vor allem auch ein technisches Problem lösen: Für alle Wandbilder war der Aufbau eines Baugerüstes notwendig, denn unsere Wände sind sehr hoch. Die Jugendlichen haben – mit der Zusage ihrer Eltern – auf dem Gerüst gearbeitet, um die Wände bis zur Decke hin gestalten zu können. 

Der Tischler Ulrich Thiele aus Oßmannstedt hat für uns ein Gerüst in das  Goethegymnasium transportiert und für uns aufgebaut – das war eine tolle Hilfe – vielen lieben Dank.

Der Förderverein unserer Schule ist unser Ansprechpartner für alle finanziellen Mittel, denn wir benötigen natürlich entsprechendes Material, wie Unmengen von Farben, Acrylstifte und ähnliches. Dem, was die Mitglieder des Fördervereins für uns leisten, muss man Respekt und Dank zollen, das ist unbezahlbar. Denn in unkomplizierter Art und Weise haben sie immer ein – nein zwei – Ohren für uns offen. 

Der Förderverein hat uns auch für die Arbeit im Fach Darstellen und Gestalten unterstützt. Für die Theateraufführungen in unserer Aula bemalen wir großformatige Bildträger, die als Kulissen fungieren. Einige Räume haben wir mit Malereien ausgestaltet. Und nur mit der hilfreichen und verlässlichen Unterstützung des Fördervereins ist es uns möglich, künstlerische Ideen sichtbar zu machen. Die Existenz des Fördervereins und das Interesse der Mitglieder, deren Arbeitsleistung, bildet für uns die absolute Grundlage. Einen ganz herzlichen, warmen Dank an Jörg Förster, Ilka Nyga, Angelika Ehspanner, Franziska Wrede, Sven Pasemann, Martin Kranz und an Claudia Weinreich!  

Text, Fotos & Videos: Camille Mannschatz


Wandmalerei in der 217


Ein Projekt von Camille Mannschatz

Klingende Wandbilder im Großformat

Viele SchülerInnen unserer Schule sind an der Gestaltung der Wände interessiert. Sie nehmen Räumlichkeiten bewusst oder auch unbewusst als angenehm oder eben auch als trist wahr. 

Unser tägliches Schulleben besteht in einem Verhältnis zum Raum. Schulische Räume bedeuten im Idealfall das Wecken einer intellektuellen Neugier, Spannung und Entdeckung; sie erfordern eine kontinuierliche Interaktion zwischen Kind und Umgebung. Es heißt, der Raum fungiere als dritter Erzieher. 

Ein Raum lebt also nicht nur durch Menschen, die ihn füllen. Er lässt Gefühle, Assoziationen zu, kann Wohlgefühl schaffen und – in schulischen Räumen – zum Lernen und Arbeiten einladen. Und das ist unser Ziel. Wir verändern Raum durch Farbklänge, Farbkompositionen, Farbimpressionen. Die psychophysischen Farbwirkungen entstehen durch den Einfluss der Farben auf Prozesse und Eigenschaften des Menschen, zum Beispiel in Bezug auf Wahrnehmungsleistungen, Gedächtnis, Assoziationen, Emotionen, Temperament und Befindlichkeit. Die farbliche Gestaltung von Räumen hat Einfluss auf das Wohlbefinden, die Leistungsbereitschaft und die Konzentrationsfähigkeit. Aus diesem Grunde müssen wir uns die Zeit nehmen, in gemeinsamer Arbeit, unsere Unterrichtsräume künstlerisch zu gestalten.

Die technische Durchführung

Wir müssten vor allem auch ein technisches Problem lösen: Für alle Wandbilder war der Aufbau eines Baugerüstes notwendig, denn unsere Wände sind sehr hoch. Die Jugendlichen haben – mit der Zusage ihrer Eltern – auf dem Gerüst gearbeitet, um die Wände bis zur Decke hin gestalten zu können. 

Malerei, Klang, Komposition

Die Schüler der damaligen 9. und 10. Klasse haben die Vorarbeiten für eine großformatige Wandgestaltung angefertigt, in der sie die Künste verbinden wollten, nämlich die Kunst mit der Musik. Sie nehmen Bezug auf Wassily Kandinsky, den berühmten Künstler, der am Bauhaus tätig war. Nicht allein das Vokabular verbindet die Malerei und die Musik mit Begriffen wie Ton, Akzent, Komposition, Harmonie, Klang. Wir wollten mit Farbklängen und Farbsymphonien – ähnlich wie die Töne und Klänge in der Musik – Harmonie- oder Dissonanz- Gefühle auslösen und – im Sinne der Synästhesie – Töne malerisch sichtbar machen. 

Für mich war dieser Malprozess einer der wunderbarsten Momente in meinem Schulleben. 

Camille Mannschatz


DG-Projekttage in der Schwungfabrik

Wandgestaltung für die 108

Ein Baum verzweigt in Werden und Wachsen

Der DG-Kurs Klasse 10 war auf der Suche nach einer Metapher für das Werden und Wachsen als Prozess und hat sich für das Symbol „Baum“ entschieden, denn dieser bildet mit seinen pflanzlichen  Einheiten  insgesamt ein System. 

Die Symbolik der Idee „Baum“ lässt sich auf den Menschen übertragen: Er braucht starke Wurzeln, diese wünscht sich der Mensch, um sich entwickeln zu können. Das Wachstum aus dem Stamm, dem „eigenen Ich“ heraus, bildet Äste, die die SchülerInnen als Erfahrungen, Beziehungen, Freundschaften und Zuwachs von Wissen gedeutet haben. 

Diesen Reife-Prozess der Entwicklung wollten sie sinnbildlich veranschaulichen. 

Wir bringen an dem stilisierten Baum, an den sich verzweigenden Ästen, Wechselausstellungen an, d.h. wir stellen in Bilderrahmen qualitativ hochwertige Schülerarbeiten aus.

 Camille Mannschatz