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Tablet-Klassen

Häufige Fragen zum iPad-Projekt

Warum digitale Medien?
Warum Tablets?
Warum das iPad und nicht andere preiswertere Endgeräte?
Welche Kosten kommen auf die Familien zu?
Ist mein Kind vor schädlichen Inhalten geschützt?
Wie kommt man an das iPad?
Welches iPad soll/ muss es sein?
Spielen die Kinder nicht im Unterricht?
Was ist eine Apple-ID?
Gibt es trotzdem noch Schulbücher und Hefte?
Wer hilft bei Problemen mit dem Gerät?
Wie ist der Klassenraum einer iPad Klasse ausgestattet?
Gibt es spezielle Angebote für die Eltern?

Tabletkonzept am Goethegymnasium

Die Anforderungen an die heutigen Schüler und zukünftigen Studierenden haben sich in den letzten Jahren grundlegend gewandelt. Digital-mediales Lernen ist als integrativer Bestandteil der Unterrichts- und Schulentwicklung in den Vordergrund gerückt. Auch das Thüringer Kultusministerium hat diesen Leitgedanken in seine Lehrpläne aufgenommen.

Aus diesem Grund wollen wir am Goethegymnasium das Tablet als Lehr- und Lernmittel im Unterricht auf freiwilliger Basis von Kind und Eltern weiterhin implementieren.


Gründe für den Einsatz des Tablets als Lehr- und Lernmittel

  1. Wir setzen mit dem tabletgestützten Unterricht die gesellschaftliche Anforderung an einen modernen Unterricht um, welcher sich an aktuellen und zukünftigen Arbeitsweisen orientiert und hier vorbereitet.
  2. Wir sehen digital-mediales Lernen als integrativen Bestandteil des Lernprozesses.
  3. Tabletgestützter Unterricht ermöglicht es uns, die schülernahen Medien(-welt) in den Unterricht einzubeziehen.
  4. Das Tablet können wir als direkten Ersatz von Arbeitsmitteln mit funktioneller Verbesserung einsetzen.
  5. In einem tabletgestützten Unterricht liegt unserer Meinung nach ein didaktisch-methodischer Mehrwert.

Bei unseren methodisch-didaktischen Entscheidungen orientieren wir uns dabei am SAMR-Modell.

Das SAMR-Modell ist ein von Ruben R. Puentedura veröffentlichtes Vierstufenmodell, welches die Integration digitaler Medien in den Unterricht beschreibt. Dieses Modell hilft dabei Lehrenden sich des Einsatzes von digitalen Medien bewusst zu machen und deren Einsatz mit Mehrwert für den Lernenden anzulegen. Im Folgenden werden die vier Stufen genauer erklärt und Beispiele ihrer Anwendung gegeben.

Substitution/Ersetzung:

Der Einsatz von Technologien wird hier lediglich als Werkzeug zum klassischen Unterricht gesehen. Digitale Medien ersetzen analoge Medien ohne funktionale Erweiterung.

Beispiele: Statt eines am PC erstellten Arbeitsblattes, wird dieses nun auf dem Tablet bearbeitet, z.B. mit der Notability App. Der Arbeitsauftrag und auch der Ablauf der Bearbeitung bleiben jedoch gleich. Es gibt keine Verbesserung der Arbeitschritte.

Augmentation/Erweiterung:

Digitale Medien ersetzen analoge Medien und bieten dabei funktionale Erweiterungen. Durch den Einsatz digitaler Medien ergeben sich Verbesserungen bei den Arbeitsabläufen. Ein Mehrwert entsteht.

Beispiele: Ein von einem Lernenden individuell bearbeitetes Arbeitsblatt kann mit allen Lernenden gleichzeitig besprochen, ergänzt und berichtigt werden. Oder: Ein Multiple-Choice-Quiz wird nicht wie zuvor auf Papier erstellt, sondern stattdessen mittels der Kahoot! App. Schüler bekommen durch Plazierungen direktes Feedback.

Modifikation/Veränderung:

Diese Stufe unterscheidet sich wesentlich von den beiden ersteren Stufen. Durch den Einsatz digitaler Medien werden Aufgaben grundlegend verändert und somit auch Unterricht.

Ziel ist es mittels der verwendeten digitalen Technik Materialien (z.B. Präsentationen) zu erarbeiten bzw. zu erstellen, die fest in die Planung einer Unterrichtsequenz integriert sind. Der Verzicht auf den Einsatz dieser Technik hätte zur Folge, dass die Materialerstellung seitens der Schüler nicht durchführbar oder nur mit enormen Qualitätsverlust am Produkt durchführbar wäre.

Beispiele: Gruppenergebnisse aus u.a. dem Physikunterricht können mit der Keynote App auf übersichtliche und umfassende Weise dokumentiert und durch aufgenommene Mitschnitte von durchgeführten Unterrichtsexperimenten ergänzt werden. Die App BaiBoard ermöglicht u.a. das gleichzeitige kollaborative Arbeiten an gestellten Problemstellungen.

Redefinition/Neubelegung:

Der Einsatz digitaler Medien ermöglicht die Entwicklung völlig neuer Aufgaben. Neue Praktiken wie Mobile Learning und Flipped Classroom eröffnen sich. Die Bearbeitung dieser Aufgabenformate ist mit einem erheblichen Mehrwert/Lernzuwachs verbunden.

Beispiele: Die Schüler erstellen im Sprachunterricht mittels der Book Creator App ein E-Book, dass verschiedene digitale und analoge Inhalte enthält, beispielsweise Comics, Tonaufnahmen, Videosequenzen, Zugriff auf ein selbsterstelltes online-Quiz. Schüler erstellen Lernvideos, die sie auf real existierenden Plattformen (You Tube) anderen zur Verfügung stellen können. Mit Edpuzzle ist es möglich Videos mit kurzen Arbeitsaufträgen zu versehen. Im Fremdsprachenunterricht wird die Quizlet App genutzt, um Vokabular individuell zu üben. Die Explain Everything App ermöglicht es Lehrenden sowie auch Lernenden, unterrichtliche Inhalte multimedial aufzubereiten und als Videos zu exportieren.


Didaktisch-methodische Aspekte

Die Erfahrung aus den Jahren 2015 – 2018 haben gezeigt, dass die Gestaltung einer Lernkultur mit Hilfe des Tablets seitens der Schüler von hoher Motivation und Einsatzbereitschaft geprägt ist. Tabletgestützter Unterricht ermöglicht die Gestaltung von Lernsituationen für ein eigenaktives, kooperatives und individualisiertes Lernen und erhöht die Verbindlichkeit von Arbeitsprozessen. Des Weiteren wird es möglich Aufgabenstellungen zu erstellen, die in ihrer materiellen Komplexität reduziert, aber in ihrer methodischen Komplexität und Vielfalt erhöht sind. Zudem ermöglicht tabletgestützter Unterricht eine Unterrichtssteuerung, die einen hohen Grad an Binnendifferenzierung aufweist. Kooperative Arbeitsprozesse, z.B. Datenaustausch, Lesbarkeit, Selbst- und Fremdreflexion werden erleichtert. Auch die Dokumentation von Lernschritten seitens der Schüler wird erheblich erleichtert. Lernschritte und Lernergebnisse können in übersichtlicher Art und Weise innerhalb kürzester Zeit zusammengefügt und allen Teilnehmern unmittelbar zur Verfügung gestellt werden und sind im Anschluss jederzeit verfügbar (z.B. auf Video festgehaltene eigenhändig durchgeführte Experimente).

Abschließend wollen wir festhalten, dass tabletgestützter Unterricht zum Ziel hat, Unterricht zu bereichern, zu verändern, neu zu denken und die digitale Kompetenz der Schüler zu stärken. Das Tablet soll dort angewendet werden, wo es für Lehrer und Schüler einen erkennbaren Mehrwert bietet. Es ist nicht Ziel, das Erlernen von Kernkompetenzen und Grundfähigkeiten oder das Beibehalten von analog geführten Mitschriften/Aufzeichnungen zu ersetzen.

Uns ist auch bewusst, dass dass SAMR Modell nicht der Weisheit letzten Schluss ist, doch gibt es motivierten Lehrern die Möglichkeit über eigene Unterrichtsmethoden nachzudenken.

Wir wollen Unterricht gemäß den Anforderungen einer sich schnell wandelnden digital vernetzten Gesellschaft fließend mitgestalten und die Schüler so auf eine von Digitalisierung geprägten Gesellschafts- und Arbeitswelt vorbereiten, in der die Fähigkeit verlangt wird, „medial vermittelte Informationen auszuwählen, zu verstehen, zu nutzen und zu kommunizieren“.