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Schulzeit ist Lebenszeit – Auf zum Ernten nach Taubach

Dass die Ernte etwas ganz Besonderes ist, wussten schon die Griechen und Römer, die die Ernte durch besondere Feierlichkeiten abgeschlossen haben. Bei uns ist das kirchliche Erntedankfest in diesem Jahr am 1. Oktober.

Wir haben ein frühzeitiges Erntedankfest bereits am 29. August in Taubach gefeiert. Trotz widriger Bedingungen in diesem Jahr mit Frost, Hagel, Regen und Sturm haben wir es mit vereinten Kräften geschafft, in den kurzen sonnigen Pausen zu säen und zu pflanzen. Die Kinder der 6a haben vor allem Frau Gräfe, die den Garten als ein Flüchtlingsprojekt im Rah-men der Integration mit ins Leben gerufen hat, tatkräftig unterstützt. Und das nicht nur beim Anlegen bis zum Ausmessen, Abpflocken und Abspannen der Beete. Unermüdlich haben die fleißigen Sechstklässler Mist gefahren, den Kompost umgesetzt, Unkraut gejätet, Holz gesucht für das Feuer und schließlich geerntet, was im Frühjahr gesteckt oder gesät wurde.

Der Ertrag vor allem an Kartoffeln, Zwiebeln und Bohnen war reichlich, sodass sich jeder einen Beutel voll mit nach Hause nehmen konnte. Interessant war, dass dies ganz ohne künstliche Bewässerung oder chemischen Düngereinsatz funktionierte.

Vor Ort konnten die Schüler aber auch sogenannte Ernteschäden, besonders bei den Tomaten infolge von extremen klimatischen Ereignissen wie Unwettern oder auch an den Kartoffeln durch Schädlingsbefall (wie Mäuse und Kartoffelkäfer).

Die harte Arbeit sollte sich auszahlen. So wurde aus den selbst angebauten Kartoffeln, Zwiebeln und Kräutern eine leckere Tomatensauce gemacht. Mit Nudeln, die auch vor Ort auf dem offenen Feuer gekocht wurden, war das Ganze ein Festmahl frei von künstlichen Zusatzstoffen.

Durch das Gartenprojekt konnte besonders ein kritisches Betrachten gegenüber unseren Nahrungs- und Lebensmitteln in den Vordergrund rücken. Somit ist auch ein Beitrag zu einer nachhaltigen Lebensführung geleistet worden. Auch war durch das Projekt eine Vielzahl an fächerübergreifendem Unterricht möglich, der noch einmal zusammengefasst dargestellt werden soll:

Mathematik: Wie vermesse ich überhaupt eine Fläche? Wie gehe ich beim Vermessen vor? Was kann ich zum Vermessen nutzen? Wie lege ich eine Skizze vom Grundriss in Vorgelperspek-tive an? Was heißt Quadratmeter?

Deutsch: mit allen Sinnen den Frühling einfangen, Beschreiben und Umsetzen von Vorgängen aller Art

Musik: das Kartoffellied gesungen

Kunst: Schönheit und Ästhetik von Natur und Umwelt - was bietet mir ein leeres Schneckenhaus so alles? Zeichenübungen aller Art, handwerkliche Aspekte (Schnitzen) sowie Fotografie (Landarttechnik), Kartoffeldruck auf Stoffbeuteln

Geschichte: Kennenlernen elementarer Kulturtechniken (sähen, umgraben etc.), Feuer als Wärme- und Essensquelle, Leben ohne Strom

Englisch/Latein: kleiner Wortschatz zum Thema Garten erarbeitet

Religion/Ethik: Achtung vor dem Leben, Verletzlichkeit von Natur und Umwelt, die Erfahrung der Einmaligkeit, Jahreszeitenuhr

MNT: verschiedene biologische Fachinhalte wurden im Unterricht direkt aufgegriffen (besonders die Kartoffel (u.a. Aufbau, Verarbeitung) sowie Insekten (die Biene als wichtiges Lebewesen), der Weg vom Rohstoff zum Endprodukt, Maßnahmen zur eigenen Gesunderhaltung ableiten

Sport: Bewegung an der Luft über je 4 Stunden mit körperlicher Betätigung (Schneckenhäuser sammeln, Feuerholz sammeln, Osternest suchen, bücken, tragen, heben, graben etc.), Schulung der Sinne sowie der Grob- und Feinmotorik

Soziale Kompetenzen: u.a. Strategien im Team überlegen, gemeinsam Ziel planen und umsetzen, Arbeitsteilung, zuverlässig und kritikfähig sein, Hilfsbereitschaft, stärkt Verantwortungsgefühl, Aufbau des eigenen Interesses, respektvolles Umgehen

Daher gilt ein Dank vielen Menschen. Neben den fleißigen Helfern der 6a, bedanke ich mich als Klassenlehrerin bei der Schulleitung sowie den Eltern, die den Mut hatten, ein solches Projekt mitzutragen ohne die Sorge zu haben, dass Unterrichtszeit verschwendet wird. Ebenfalls sind an dieser Stelle die Fachlehrer der 6a zu erwähnen, die Inhalte spontan aufgegriffen haben. Somit konnte das vernetzte Denken gefördert werden, Inhalte standen nicht losgelöst vom Schulalltag. Nicht zu vergessen ist jedoch Frau Gräfe, die mit ihrer engagierten Arbeiten auch über den Schulunterricht hinaus, uns auf eine Reise mitgenommen hat, über die wir alle sehr dankbar sind. In diesem Sinne ist Erich Kästner zu zitieren: Der Mensch soll lernen, nur die Ochsen büffeln.