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Besuch vom „Vogel“-Strauß

In unserer Projektwoche ging es darum, Naturräume zu erobern. Jede Klasse hatte sich verschiedene Themen ausgewählt, um sie einmal näher unter die Lupe zu nehmen. Einige hatten sich auch dem Schutz der Natur gewidmet.

Passend zum Thema lief mir in dieser Woche auch Jörg Alexander Strauß im Schulhaus über den Weg. Er war mit drei jungen Damen aus dem benachbarten Goethegymnasium verabredet.

Anouk, Julia und Emilia lernen in der 9. Klasse und hatten sich im Rahmen des Schülerfreiwilligentages im Mai für diese Aktion angemeldet, um auf unserem Schulhof die Nistkästen der Vögel abzuhängen, zu säubern und gegebenenfalls zu reparieren.

Bei diesem Schülerfreiwilligentag engagieren sich Schüler*innen freiwillig für mehrere Stunden in einer gemeinnützigen Einrichtung. Den jungen Menschen werden verschiedene Einsatzmöglichkeiten im sozialen, kulturellen oder ökologischen Bereich angeboten und vermittelt.

Ob Vorlesen in Kindergärten, Spazieren gehen in Pflegeheimen, Hilfe im Tierheim, im Tierpark oder bei der Tafel, Nähprojekte, Verschönerungs- und Aufräumarbeiten - die Liste der gemeinnützigen Angebote ist vielfältig.

Ziel ist es, die Vielfalt des ehrenamtlichen Engagements in ihrem Lebensumfeld und in Thüringen kennenlernen, soziale Fähigkeiten ausbilden, Lernen, Verantwortung übernehmen, den Austausch und die Begegnung der Generationen fördern, Ideengewinnung und Erlangung wesentlicher Fähigkeiten - auch für das spätere Berufsleben und Anerkennung erhalten.

Herr Strauß ist schon seit Jahren in Sachen Umweltschutz unterwegs. Er gründete im Jahre 1991 den Verein Öko-Treff e.V. in Weimar, um die Welt zu retten.

Nun ist er in einem Alter, in dem er nicht mehr alles retten kann. Deshalb widmet er sich nun verstärkt dem Vogelschutz. Oft ist er dafür im Goethepark oder in den Streuobstwiesen an der Sackpfeife unterwegs.

Zu unserem Schulumfeld hat Herr Strauß eine ganz persönliche Bindung. Hier wurde er im damaligen Sophienkrankenhaus geboren und viele Jahre später starb seine Mutter hier. Vor 20 Jahren hatte er eine Projektleiterstelle im Landgut Holzdorf für Fahrräder und Naturschutz. In dieser Zeit lernte er auch eine ehemalige Lehrerin unserer Schule kennen. Jeden Dienstag verbrachte Frau Rindelhardt mit Schülern der Werkstufenklassen einen Praktikumstag in Holzdorf. Dabei bauten sie unter anderem auch Vogelhäuschen, die sie sowohl in Holzdorf als auch auf unserem Schulhof anbrachten.

Diese sind nun in die Jahre gekommen und müssen immer mal wieder kontrolliert werden. Nur gut, dass es Herrn Strauß gibt. Er nahm sich dieser Aufgabe an und begutachtet von Zeit zu Zeit die Vogelhäuschen. Das ist auch dringend nötig, wie er mir erklärt. Erst neulich fand er ein Häuschen, das nur noch an einer Schraube und Leiste hing. Er fühlte sich dafür verantwortlich und beseitigte die Gefahr.

Heute nun hatte er Mitstreiterinnen gefunden, die ihm bei seiner Arbeit halfen. Mit einer langen Leiter erreichte er die Vogelhäuschen und sah vorsichtig nach, ob sie bewohnt waren. Wenn sie unbewohnt waren, nahm er sie vorsichtig ab und schaute nach, ob sie repariert werden mussten. Danach besah er sich die Nester und säuberte das Innere der Häuschen.

Anouk, Julia und Emilia unterstützten ihn tatkräftig dabei. Sie stiegen auf die Leiter, reichten ihm Werkzeug, nahmen die Vogelhäuschen ab und säuberten sie. Frau Bunge, ihre Lehrerin, besuchte die drei Schülerinnen und sprach mit ihnen über die Arbeit. Zum Dank für ihre Mühe erwartete sie in unserem Lehrerzimmer eine kleine Stärkung.

Wir möchten uns bei allen Beteiligten recht herzlich für ihr Engagement bedanken!

Monika Richter